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Innovationsbarometer verheißt keine guten Aussichten

Beschäftigten werden nicht ermutigt

Deutschen Unternehmen mangelt es an innovationsfreundlicher Kultur.
Die Beschäftigten werden nicht ermutigt, ihre Ideen oder
Verbesserungsvorstellungen von Bestehendem vorzustellen. Zu diesem Ergebnis
kommt eine von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gemeinsam
mit der TU München durchgeführte Befragung, die dem Aufbau eines
Innovationsbarometers dienen soll. "Das Innovationsbarometer verheißt keine
guten Aussichten. Wir brauchen aber zukunftsweisende Ideen, wenn die
Wirtschaft wieder in Schwung kommen soll. Diese Ideen befinden sich meistens
in den Köpfen der Beschäftigten, die ihr Unternehmen und seine Produkte gut
kennen. Es ist Aufgabe der Unternehmen, endlich ein Klima zu schaffen, das
diese Ideen ans Tageslicht bringt", forderte der stellvertretende
ver.di-Vorsitzende, Franz Treml.

Für die Befragung wurden ver.di-Mitglieder, die in Aufsichtsräten deutscher
Unternehmen vertreten sind, zur aus ihrer Sicht notwendigen
innovationsorientierten Weiterbildungs- und Kompetenzentwicklung und zur
Entwicklung einer innovationsförderlichen Arbeits- und Unternehmenskultur
befragt. Die Antworten repräsentieren das Innovationsklima in rund 140
Betrieben mit einer Gesamtbeschäftigtenzahl von über 1,1 Millionen aus
nahezu allen von ver.di organisierten Branchen, von der Ver- und Entsorgung
über den Finanzdienstleistungsbereich bis hin zu Logistik, Handel, Tourismus
etc.

87 Prozent der Befragten können nicht erkennen, dass in ihrem Unternehmen
radikal neue Produkt- und Prozessideen gefördert werden. Angesichts der
zunehmend mitbestimmungsfeindlichen Stimmung im Lande sei dies nicht weiter
verwunderlich. Denn aus Sicht von 90 Prozent der befragten
Interessenvertreter habe die Mitbestimmung für das Innovationsgeschehen im
Unternehmen eine zentrale Bedeutung und unterstütze die Erschließung von
Wissenspotentialen der Beschäftigten. Wer die Mitbestimmung angreife, greife
auch die Innovationsfähigkeit der Unternehmen an. Große Übereinstimmung
herrscht in der Einschätzung, dass finanzielle und zeitliche Freiräume für
die Beschäftigten ebenso wie die Vermeidung von Stress notwendige
Bedingungen für ein innovationsförderliches Betriebsklima sind. Damit sei es
aber nicht weit her: Mehr als die Hälfte der Befragten beklagt, dass
Anzeichen extremer Erschöpfung bei den Beschäftigten auftreten.




Quelle:    ver.di
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05. September 2010